Bericht aus dem Hanauer Anzeiger vom 19.09.2019

Plötzliches Aus nach 33 Jahren

Sven Wesenbergs Knie macht nicht mehr mit -

 

Immer für die SG Marköbel gespielt

 

 

Seit 33 Jahren spielt Sven Wesenberg Fußball - und das immer nur für einen Verein, die SG Marköbel. War der Familienvater zu Saisonbeginn noch als Innenverteidiger in der Gruppenliga Frankfurt-Ost im Einsatz, so kommt nun sein Karriereende abrupt. Auf Anraten seiner Ärzte soll Wesenberg wegen anhaltender Knieprobleme mit dem Fußball aufhören.

"Bei einem MRT wurden die Bilder mit der letzten Aufnahme aus dem Jahr 2014 verglichen. Es ist praktisch kein Knorbel mehr da, die Knochen reiben aufeinander. Spiele ich weiter, so laufe ich Gefahr, dass ich die Entzündung und Schwellung nie aus dem Knie bekomme", berichtet der 37-Jährige.

Kurioserweise zog der Marköbeler sich seine jüngste Verletzung nicht auf dem Sportplatz, sondern beim Spielen mit seiner kleinen Tochter zu. "Ich bin vor sechs Wochen beim Spielen mit der Kleinen weggerutscht, habe mir anfangs gar nichts dabei gedacht und sogar wieder gespielt, da ich keine Schmerzen hatte. Doch das Knie ist immer dicker geworden", erzählt Sven Wesenberg.

Nach der MRT-Untersuchung, die eigentlich reine Routine sein sollte, ereilte ihn die fatale Diagnose. "Klar könnte ich weiter spielen und nicht auf den Rat der Ärzte hören, doch ich möchte auch in 30 Jahren noch normal laufen können", spricht der Patient von einer Vernunftentscheidung. Gerade die vielen stumpfen Kunstrasenplätze seien Gift für sein Knie, die schnellen fußballspezifischen Bewegungen stellen ein stetiges Verletzungsrisiko dar.

Dass er nicht ewig weiter Fußball spielen wird, war dem Marköbeler Urgestein zwar bewusst, schließlich nähert sich Wesenberg langsam aber sicher seinem 40. Geburtstag, doch das jähe Aus war nicht vorherzusehen. "Das schnelle Ende überrascht und es fühlt sich auch aktuell eher so an, als würde ich verletzt ein paar Spiele fehlen." Ein Abschiedsspiel würde Sven Wesenberg indes schon noch gerne machen. "Vielleicht ergibt es sich ja in einem Punktspiel, dass ich nochmal eingewechselt werde", sagt der 37-Jährige lachend.

Die Joker-Rolle war Wesenberg auch in den vergangenen Jahren nicht fremd. Gerade wenn es galt, kurz vor Schluss noch einen Rückstand zu egalisieren, waren die Dienste und die Kopfballstärke des bullig wirkenden Marköbelers gefragt. Nicht selten trug sich Sven Wesenberg in den letzten Spielminuten in die Torschützenliste ein oder war zumindest an Last-Minute-Treffern beteiligt.

Wie geht es nun weiter? Klar wird Sven Wesenberg der SG Marköbel weiterhin verbunden bleiben und auch den Kontakt zum Team nicht abreißen lassen. Eine Mitarbeit im Spielausschuss kann er sich aus zeitlichen Gründen nur schwer vorstellen. "Ich bin beruflich stark eingespannt und auch viel im Ausland unterwegs", berichtet der Sales-Manager. Auch als Trainer sieht er sich künftig eher nicht. "Da bin ich viel zu ungeduldig dafür", weiß Sven Wesenberg.

Er möchte nicht seinen beiden Brüdern nacheifern, die beide schon ihre erste Trainerstation hinter sich haben. Der vor der Saison wieder zur SGM zurückgekehrte zwei Jahre ältere Bruder Mark fungierte drei Jahre als Spielertrainer beim Büdinger Kreisoberligisten FC Germania Ortenberg, sein jüngerer Bruder Jens war einige Zeit für den B-Ligisten SG Vonhausen/Eckartshausen sportlich verantwortlich.

Wenn es die Zeit zulässt, wird Sven Wesenberg gewiss an der Seitenlinie auf dem Sportgelände mit den Kumpels mitfiebern. Zurück bleiben viele schöne sportliche Momente und Freundschaften. "Ich kann zumindest jetzt sagen, dass ich in der Gruppenliga auf-, aber nie abgestiegen bin", meint Wesenberg lachend. Im 13. Jahr spielt die SGM nun schon in der Gruppenliga Frankfurt-Ost (in der Tat ist es bereits das 14. Jahr / Kinder wie die Zeit vergeht!!) und Sven Wesenberg würde gerne auch als Zuschauer noch das eine oder andere Jahre in dieser Liga miterleben und drückt daher seinen nun Ex-Mannschaftskollegen in Sachen Klassenerhalt kräftig die Daumen.

 

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